Quilts

Quilts

Eine Nähmaschine habe ich schon länger bei mir stehen, anfangs eine günstige Discounter-Maschine, später dann eine Kombimaschine mit Stickeinheit. So wirklich damit beschäftigt habe ich mich allerdings erst im Lockdown, in dem wir knapp eineinhalb Jahre in die Zwangspause geschickt wurden. Zeit genug (und sonst nix zu tun), die Maschine näher kennenzulernen und verschiedene Techniken auszuprobieren. Sogar einer Quilting-Bee habe ich mich für zwei Jahre angeschlossen.

Den Anfang macht der rote Herzquilt. Ganz blauäugig und ohne große Erfahrung habe ich mir diese Anleitung besorge, verschiedene rote No-Name Stoffe kombiniert und zu diesem Herz zusammengenäht. Für die Rückseite habe ich einen übergroßen Flanell-Bettbezug auseinander geschnitten. Dieser Quilt liegt noch heute auf unserem Sofa.

Weiter gehts mit dieser optischen Täuschung. Auch hier hatte ich noch nicht viel Erfahrung und habe nicht vernünftig gebügelt, sodass die Nahtkreuzungen ziemlich knubbelig geworden sind. Auch der Quilt liegt hier von Zeit zu Zeit auf dem Sofa (wobei ich inzwischen von quadratischen Quilts Abstand nehme)

Eine ganz andere Technik, zu der ich meine Liebe auch im Lockdown entdeckt habe: FPP oder Foundation Paper Piecing – Nähen auf Papier. Schon vorher immer wieder versucht, aber nie verstanden. Mit viel Zeit und Ruhe hat es irgendwann klick gemacht und von da an flutschte es. Leider habe ich hier auch No-Name Stoffe benutzt, sodass die Stoffe nach der ersten Wäsche ausblichen und anfingen zu pillen. Liegt die meiste Zeit im Schrank.

Mein erste Bee-Quilt! Als Bienenkönigin des Monats gibt man den Block vor und äußert Farb- oder Stoffwünsche. Meine Vorgabe waren schwarz-pinke Stoffe, die jeweils mit einer knalligen Farbe kombiniert werden sollten. Ist in einem recht großen Abstand gequiltet und einer meiner Lieblingsquilts.

Im sommerlichen Heimaturlaub kam meine Mama auf die Idee, einen neuen Sofaquilt haben zu wollen. Lange haben wir hin und her überlegt, welches Design er haben solle. Wichtig war ihr, dass ein großes Motiv in der Mitte sein solle, der von weißem Stoff umrahmt wurde. Mit der Pixelated Rose habe ich mir eine Menge Arbeit gemacht, aber es hat sich gelohnt

Kurz danach hatte sie den Wunsch, aus den gleichen Stoffen einen weiteren Quilt fürs kleine Sofa zu bekommen. Auch hier sollte ein großes Motiv in der Mitte zu sehen sein. Die Exploding Hearts haben ihr auch gefallen

Ein Kinderquilt für ein kleines Mädchen. Die Giraffen-Familie passte hier einfach zu gut!

Der zweite Bee-Quilt. Meine Vorgabe für die Bubbles ging der Restekiste an den Kragen. Ich wollte, dass so viele unterschiedliche Stoffe wie möglich verarbeitet werden, lediglich sollten die Farben pro Block innerhalb der Familie bleibe. Damit ist der Quilt der bisher Größte, den ich unter der kleinen Haushaltsmaschine gequiltet habe. Stolze 1,80x2x20.

Zum 80. Geburtstag der Schwiegermama musste etwas Besonderes her. Die Farben waren schnell zusammengestellt und nach langem Hin- und Her habe ich mich für den Dissapearing-Four-Patch entschieden. Kam gut an, richtige Entscheidung!

Im Lockdown – zweites Jahr – habe ich mich einem maritimen Quilt gewidmet. Traditionell zusammengesetzt wollte ich aber so viele Quilttechniken wie möglich unterbringen. Da dieser Quilt auch ziemlich groß ist habe ich gleichzeitig die Blöcke mit der Quilt As You Go Technik zusammengenäht.

Für den nächsten Quilt wurden ein paar nicht mehr passende oder zerschlissene Jeans verwendet. Upcycling und so. Durch die Jeans und das Vlies (auch alles Reste) ist der Quilt allerdings ziemlich schwer und wird nur selten benutzt.

Für den nächsten Quilt habe ich eine ganz neue Technik ausprobiert: Kurven nähen! Hierfür habe ich mir ein spezielles Lineal besorgt und mit Reststoffen losgelegt. Hat erstaunlich gut geklappt. Macht inzwischen einem Kind im Krankenhaus Freude.

Meine Patentante ist 70 geworden – und hatte bisher noch keinen Quilt. Das lässt sich ja ändern. Da sie eher schlichte Farben mag musste ich mich aus der Komfortzone wagen. Mit weiß und grau im Irish-Chain lag ich goldrichtig.

Und weil mein Onkel mir nicht geglaubt hat, dass das selbst genäht ist bekam er ein paar Wochen später auch einen Quilt zu Geburtstag. Rückblickend glaube ich, dass das ein billiger Trick war…

Die Patchwork-Gilde Deutschland hat letztes Jahr einen freie Sew-Along veranstaltet und wöchentlich die Blöcke veröffentlicht. Ich hab mich wieder für schwarz-weiß mit knalligen Kontrasten entschieden. Ich mag ihn.

Meine geliebte Omi war Schneiderin mit Leib und Seele. In einer meiner Kindheitserinnerungen sitze ich bei ihr in der Schneiderei auf der Heizung und habe Reißverschlüsse abgetrennt. Zur Belohnung gabs immer ein süßes Teilchen vom Bäcker gegenüber. Und 2 Mark für die Spardose, die sie mir wie ein Gangster heimlich zugesteckt hat. Kaum verwunderlich, dass wir nach ihrem Tod eine Menge selbstgenähte Tisch- und Bettwäsche fanden. Weggeben/ wegwerfen war keine Option, diese Stoffe anschneiden konnte ich damals noch nicht. So landete alles in einer Kiste im Keller. Bei einer meiner sommerlichen Aufräumaktionen fielen mir diese Stoffe wieder in die Hände. Kurzentschlossen nahm ich sie mit hoch, spendierte ihnen eine Wellness-Runde in der Waschmaschine und habe sie ganz mutig angeschnitten.

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