Sonnendruck DIY

Sonnendruck DIY

Spiel mit Formen und Farben

Letztes Jahr im Herbst hat mir meine liebe Freundin Ruth von Sonnendruck erzählt. Das hat mich neugierig gemacht. Leider war das schon zu einer Jahreszeit, an dem die Sonne nicht mehr auf unseren Balkon kam – der Erker der Nachbarn war im Weg (auch wenn die Sonne bei dieser Technik nicht zwingend notwendig ist, ohne Sonne wurde es einfach nicht mehr warm genug). Zeit genug, sich über den Winter in das Thema einzulesen.

Das Prinzip ist ganz einfach. Man braucht Wärme! Und ein Stückchen hellen, vorgewaschenen Stoff, etwas mit Wasser verdünnte Stofffarbe auf Wasserbasis, eine nicht saugfähige Unterlage und ein paar Motive. Das können Blätter aus dem Wald sein oder ausgeschnittene Formen aus Schablonenfolie oder Reiskörner, Bänder, Steine, … – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Je platter die Motive auf dem Stoff aufliegen umso klarer wird das Motiv abgebildet. Der Rest ist Physik.

In der Sonne trocknet die Farbe auf der freien Fläche recht schnell, unter den Folien (oder Blättern) bleibt sie länger feucht. Die Farbpigmente „wandern“ dann an den Rand des Motivs, sodass die Bereiche darunter hell bleiben. Deswegen muss die Farbe mit Wasser verdünnt werden. Pur ist sie zu schwer und verweigert das wandern.

So einfach, so magisch!

Für dieses Jahr habe ich ein paar Vorlagen per Hand auf Schablonenfolie gezeichnet und ausgeschnitten. Das Stoffstück habe ich gebügelt (wenn es nicht gebügelt wird gibts Falten im Vintage-Stil – auch ein sehr schöner Effekt), glatt auf ein Platzset aus Kunststoff gelegt, mit Wasser eingesprüht und die Farbe aufgetragen. Zuerst blau, darüber grün.

Die Streifen sind nicht im Stoff, das kommt von der Unterlage

Ist alles gut eingepinselt kommen die Motive auf den Stoff. Hier: Die ausgeschnitten Blümchen aus Schablonenfolie. Die Glasscheibe habe ich für den Trockungsprozess wieder abgenommen, diese Blasenbildung darunter hat mir nicht gefallen. Da es heut windstill war hatten wir auch kein Problem.

Ab in die Sonne damit. Im Idealfall belegt man den feuchten Stoff gleich am Trocknungsort mit den Motiven ohne ihn noch mal zu bewegen – so verrutscht auch nix.

Voilà! Ein Stündchen später ist der Stoff trocken und wir können die Schablonen abnehmen. Wenn die Farbe (bei mir mit Hitze) fixiert wurde wäscht sich diese auch nicht mehr aus.

Für einen ersten Versuch gar nicht schlecht!

Mit Blättern funktioniert es genauso gut. Ruth wurde durch die Versuchsreihe angefixt und hat sich in ihrem Garten bedient. Gefällt mir auch sehr!

Erdbeer-Blätter, ein paar Blüten und Gräser wurden hier abgebildet

Aus meinem Siebdruck Set hatte ich noch ein paar Reste Lossie-Papier. Das lässt sich ganz wunderbar mit dem Plotter schneiden. Ein paar Ideen in die Software geladen und ausgeschnitten. Wichtig ist hierbei, dass die Motive aus einem Teil bestehen. Die Ananas wird in der Mitte einmal durchgeschnitten, das eignet sich nicht ganz so gut.

Ich habe festgestellt, je höher die Umgebungstemperatur ist umso schärfer werden die Motive abgebildet. Die Hitzewelle habe ich genutzt um ein bisschen herumzuprobieren. Hiermit bin ich ganz zufrieden.

Die Idee mit den Motiven aus Lossie-Papier habe ich ein bisschen weitergesponnen und mir Motive zu verschiedenen Themen ausgedacht. Themen wie Sommerurlaub, Tiere, Halloween und Herbst sowie Weihnachten.

Aus den vielen Sommermotiven habe ich eine Kissenhülle genäht. Dafür habe ich die einzelnen Motive in 2,5 Inch Quadrate geschnitten und wieder zusammengenäht (Achtung: An die Nahzugabe denken!). Die Siebdruck-Farbe habe ich vorher mit Hitze fixiert – hier wäscht sich nichts mehr aus.

Weil dieses Spiel aus Formen und Farben so gut passt ist das mein Beitrag zum Jahresbingo zum Thema Muster.

Verlinkt bei Creativsalat und Lieblingsstücke

6 Kommentare zu „Sonnendruck DIY“

  1. Die Idee, die Sonnendrucke zu verpatchen, finde ich total toll! Sieht super aus, die Kissenhülle mit Karomuster! Ich mag diese Technik auch gerne, schaffe es aber irgendwie nie, das mal selber zu machen…dabei funktioniert es angeblich auch im Backofen.

    LG Kristina

    1. Auf die Idee, den Backofen zu benutzen bin ich noch nicht gekommen. Aber klar, du brauchst ja nur die Wärme. (Fußboden-) Heizung soll auch funktionieren. Und grad mit den Folien hat fast endlose Möglichkeiten.
      Liebe Grüße, Janine

    1. Dankeschön liebe Anita!
      Das macht total Spaß – leider wird es hier im Norden langsam zu kühl dafür.
      Lieber Gruß, Janine

  2. Was ein toller Beitrag. Ehrlich ich hatte vorher noch nicht davon gehört aber es ist mega interessant und deine ersten Ergebnisse wirklich toll… mal schauen ob auch ich mich im Winter einlese und im nächsten Jahr mit meinem Sohn ein bisschen was entstehen lasse. Danke für die Inspiration- die Kissen sehen wirklich toll aus.

    Liebe Grüße
    Dany

    1. Dankeschön liebe Dany!
      Es macht total Spaß mit verschiedenen Sachen auszuprobieren. Es geht eigentlich alles, was „platt“ auf dem Stoff liegt. Wenn du mit Blättern und Blüten experimentieren möchtest würd ich dir empfehlen, die über Nacht unter ein dickes Buch zu legen, damit sie glatt aufliegen. Getrocknet muss das Ganze aber nicht sein.
      Viel Freude damit.

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